Windows beschleunigen und Speicher freigeben

Früher oder später haben die meisten Windows Nutzer das Problem, dass ihr Rechner deutlich langsamer arbeitet, als er es zu Beginn tat. Dies hängt in der Regel mit einer überfüllten Festplatte zusammen oder einfach mit zu viel Datenmüll, der sich über die Zeit (automatisch) ansammelt. Wie Sie Windows beschleunigen und Speicher freigeben erfahren Sie in diesem Artikel.

Den Grund, wieso ein überfüllter Speicher den Rechner, aber auch jedes andere Gerät mit Speichermedien, wie z.B. Smartphones oder Tablets ausbremst habe ich im Artikel Speicherverwaltung beschrieben.
Ich würde Ihnen empfehlen sich diese Erklärung vorab kurz durchzulesen, damit Sie das Problem und seine Beseitigung besser verstehen.
Bevor wir zu der Anleitung kommen muss ich noch erwähnen, dass es keine bessere Möglichkeit gibt den PC oder das Notebook zu beschleunigen als eine SSD als Festplatte einzusetzen. Sollte Ihr Rechner nur über eine HDD oder Hybrid- Festplatte verfügen, sollten Sie unbedingt in eine SSD investieren. Falls Sie die SSD jedoch in Ihren Rechner nicht verbauen können, da die Anschlussmöglichkeiten fehlen, oder kein SATA III / M.2 Anschluss zur Verfügung steht, ist es allerhöchste Zeit den Computer zu tauschen.

Nun kommen wir aber zu der Praxis. Es gibt eine Reihe von Schritten, die Sie durchführen sollten.

Inhaltsverzeichnis
  1. Systempartition (Laufwerk C:) bereinigen
  2. Laufwerk reparieren & defragmentieren
  3. Autostart bereinigen
  4. Rechner Herunterfahren
  5. Animationen reduzieren
  6. Zusatzprogramme
  7. Windows 10 zurücksetzen
  8. Windows 10 neu installieren
1. Systempartition (Laufwerk C:) bereinigen
Windowstaste & E gemeinsam betätigen
Links im Menü “Dieser PC” anklicken
Rechtsklick auf “C:” und “Eigenschaften” öffnen
Nun “Bereinigen” drücken
Hier klicken Sie bitte bei allen Dateien in das vorstehende Kästchen. Wenn Sie alles angehakt haben wird Windows den Papierkorb leeren und alle nicht mehr benötigten System- und Protokolldateien entfernen.
Dies bestätigen Sie anschließend mit den Button: “Systemdateien bereinigen”.
Danach klicken Sie bitte im selben Fenster auf den Reiter „Weitere Optionen“ und dann auf „Bereinigen“. Sollte der Reiter bei Ihnen nicht erscheinen drücken Sie einfach auf den Start-Button in der Taskleiste und tippen “Programme hinzufügen oder entfernen” ein.
Nun sehen Sie eine Übersicht der meisten auf Ihrem Rechner installierten Programme und Apps:
Wenn Sie hier Programme entdecken, welche Sie mit Sicherheit nicht mehr benötigen, können Sie diese einmal rechtklicken und Deinstallieren. Wichtig dabei ist, dass Sie nur Software löschen die Sie tatsächlich kennen. Löschen Sie bitte keine systemrelevanten Dateien z.B. Programme die mit „Microsoft“ beginnen.
Manchmal werden dort auch Treiber angezeigt, die ebenfalls für die korrekte Windows Funktionalität gebraucht werden.
Wenn Sie sich nicht sicher sind ob Sie etwas löschen sollten, schauen Sie bitte im Internet nach um was es sich bei dem Programm genau handelt und notieren Sie vor dem Löschen auch den Namen, dann kann man es im Bedarfsfall wieder installieren.

Tipp:

Achten Sie bitte während der Installation von Programmen immer darauf, was dort steht und klicken Sie nicht direkt auf „Weiter“ und „Fertigstellen / Installieren“.
Zahlreiche Programme versuchen bei der Installation zusätzlich andere Software oder gar Malware mit zu installieren. Für gewöhnlich bieten Sie aber die Möglichkeit, diese aus dem Installationsprozess auszuschließen. Dafür ist es notwendig sich jedes Fenster des Installationsprozesses genau anzusehen und die richtigen Punkte anzuklicken. 

2. Laufwerk reparieren & defragmentieren

Öffnen Sie nun bitte wieder wie zu Anfang bei Punkt 1 den Windows Explorer –> „Dieser PC“ –> „C:“ Eigenschaften und hier den Reiter „Tools“.

An dieser Stelle klicken Sie zunächst auf „Prüfen“ bei der “Fehlerüberprüfung”. Wenn die Prüfung und bei Bedarf die Reparatur abgeschlossen wurden können Sie den Button „Optimieren“ anklicken (s. Screenshot). Dabei wird eine Defragmentierung der Festplatte durchgeführt, das heißt die gespeicherten Dateien werden neu geordnet um die Zugriffsgeschwindigkeit zu optimieren. Bitte beachten Sie, dass diese Optimierung nur für HDD- Festplatten gedacht ist. SSDs müssen und sollten nicht defragmentiert werden, da dies Ihrer Langlebigkeit schadet! Wenn Sie also eine SSD verwenden überspringen Sie bitte diesen Schritt.
Meistens erkennt Windows10 eigenständig ob eine SSD (Solid-State Drive) verbaut ist und lässt Ihnen nicht die Option eine Defragmentierung durchzuführen. Dies sehe dann so aus:
Der „Analysieren“ Button ist bei SSDs ausgegraut. Auf Optimieren brauchen Sie in diesem Fall nicht zu klicken, da Windows das automatisch regelmäßig tut (sichtbar beim aktuellen Status, s. Screenshot).
Falls Sie jedoch eine HDD verbaut haben, dann können Sie den Button „Analysieren“ anklicken. Nach der Analyse betätigen Sie bitte den Button „Optimieren“. Hier entscheidet Windows dann, ob es aktiv werden muss.

Wenn Sie herausfinden wollen welche Festplatten in Ihrem PC verbaut sind können Sie den Weg im folgenden kurzen Artikel nachlesen: Festplatten – Modell auslesen.

3. Autostart bereinigen

Je mehr Programme Sie installieren, desto mehr davon schreiben sich in den Autostart ein, das heißt, sie werden bei jedem Windows Start automatisch geladen und verlangsamen das Hochfahren als auch den Betrieb. Während manche davon notwendig sind, sind andere nur gelegentlich nötig oder haben gar nichts im Autostart verloren.
Einige Beispiele: Skype, OneDrive, Dropbox, Steam, PowerDVD etc.
Diese Programme schreiben sich immer in den Autostart. Dies macht Sinn, wenn Sie sie regelmäßig nutzen, so prüfen sie sich im Hintergrund immer auf Updates. Verwenden Sie diese Software jedoch nur von Zeit zu Zeit, macht es keinen Sinn, dass die Programme Windows immer ausbremsen.
Hier können Sie alle Autostarts prüfen und deaktivieren:

Drücken Sie „STRG & Shift & ESC“ gleichzeitig um den Task-Manager zu öffnen. Alternativ können Sie ihn auch folgendermaßen öffnen:
Rechtsklick auf die Taskleiste und Task-Manager wählen. Nun erhalten Sie das folgende Fenster:
Klicken Sie auf „Mehr Details“.
Jetzt klicken Sie oben auf den Autostart. Hier sehen Sie nun alle Programme, die mit Windows mit gestartet werden. Über den „Deaktivieren“ Button können Sie dies ändern und bei Bedarf später wieder aktivieren.
4. Rechner Herunterfahren

Hier kommt ein Tipp: Fahren Sie Ihren Rechner jeden Tag ordnungsgemäß herunter und lassen Sie ihn nicht im Energiesparmodus!

Erst beim Herunterfahren werden die Installationen vieler Updates abgeschlossen. Zudem leert sich der Arbeitsspeicher (RAM) erst wenn er stromlos ist. Dies ist zwar im Energiesparmodus auch der Fall, jedoch wird dabei immer ein Abbild des Arbeitsspeichers erstellt und auf der Festplatte abgelegt. Nach dem Aufwachen wird das Abbild direkt wieder in den RAM geschrieben, so dass keine Bereinigung stattfindet.
Auf diese Weise füllt sich der Arbeitsspeicher immer weiter bis er irgendwann voll ist und der Rechner nur noch im Schneckentempo läuft. Immer wieder kommt es dabei auch zu Bluescreens.
5. Animationen reduzieren

Ältere und leistungsschwache Rechner haben mit den Windows Animationen zu kämpfen. Um diese zu reduzieren drücken Sie bitte zeitgleich folgende Tasten:

Hier tippen Sie nun „Sysdm.cpl“ ein und drücken auf „OK“:
Anschließend klicken Sie auf den Reiter „Erweitert“ und dann auf „Einstellungen“:
Hier können Sie nun auf den Button „für optimale Leistung anpassen“ drücken. Dabei werden alle Designelemente ausgeschaltet. Alternativ können Sie auch für jede Funktion selbst entscheiden. Je weniger Häkchen gesetzt sind, desto schneller ist die Windows Oberfläche, jedoch auf Kosten von Design und einigen Funktionen.
6. Zusatzprogramme

Ein beliebtes und kostenloses Programm zur Windows Beschleunigung ist der CCleaner. Seine Hauptaufgabe ist es Windows zu bereinigen. Dafür stellt es zahlreiche Funktionen zur Verfügung. Vieles davon lässt sich zwar auch manuell durchführen (z.B. temporäre Dateien löschen, oder den Cache von Browsern leeren), aber der CCleaner vereinfacht dies deutlich. Eine weitere Funktionalität besteht darin, die Registry zu bereinigen. Das Programm sucht automatisch nach fehlerhaften und nicht mehr aktuellen Einträgen und löscht diese bei Wunsch automatisch.

Zum Säubern von Windows und freigeben von Speicherplatz eignet sich der CCleaner durchaus, man sollte jedoch keine signifikante Beschleunigung des Systems erwarten.

Ein weiteres umfangreiches, aber leicht zu bedienendes Tool ist Glary Utilities. In der etwas eingeschränkten kostenlosen Version bietet es dennoch zahlreiche Funktionen und ähnelt dem CCleaner. Es bietet Datenträgerbereinigungen, das Säubern der Registry und automatisierte Entfernen von Malware. Alle diese Funktionen lassen sich mit nur einem Klick durchführen, man benötigt also kein nennenswerter IT-Wissen.

Mit der Software Secure Eraser können Sie Ihre Dateien sicher löschen, in dem Sie entsprechende Bereiche der Festplatte mehrmals überschreiben. Dazu stellt Secure Eraser verschiedene Funktionen zur Verfügung. Daneben gibt es aber auch weitere gute Löschprogramme, z.B. OW Shredder und Eraser.
Wieso es nicht reicht Dateien aus dem Windows Papierkorb zu löschen erfahren Sie in diesem Artikel: Dateien sicher löschen und wiederherstellen.

Eine gute Übersicht für Tuning-Tools erhalten Sie auf Chip: Das sind die coolsten Tuning-Tools für Windows.

7. Windows 10 zurücksetzen

Oftmals bringen die Bereinigungsversuche nicht den gewünschten Erfolg. Dies ist meistens dann der Fall, wenn die Festplatte schlichtweg zu viel Datenmüll über die Zeit angehäuft hat und zusätzlich auch noch die Registry (Windows Kerneinstellungen) zugemüllt und durcheinandergewirbelt hat. Wenn die vorigen Schritte Windows nicht genug beschleunigen konnten hilft nur das „Zurücksetzen“ oder die Neuinstallation. Die sauberste und effizienteste Methode ist die Neuinstallation.
Diese wird im nächsten Schritt beschrieben. Möchte man jedoch nicht zur radikalsten Variante greifen könnte bereits das Zurücksetzten helfen. Es ist wesentlich einfacher durchzuführen und man kann entscheiden welche Daten man behält.

Wie man Windows zurücksetzt erfahren Sie hier: Windows zurücksetzen.

8. Windows 10 neu installieren

Sobald Schadsoftware (Viren, Trojaner, und andere Malware) durch Unachtsamkeit bei der Installation von Programmen oder auf anderen Wegen auf den Rechner gelangt, hilft nur eine komplette neu Installation von Windows.  

Ganz besonders sollte Windows bei Virenbefall neu installiert werden, denn selbst wenn der Antivirus die erfolgreiche Entfernung des Virus bestätigt, ist diese Information nicht verlässlich. Viele Viren sind so programmiert, dass Sie absichtlich eine Falle für Antiviren darstellen. Sie lassen einen Teil von sich vom Antivirus entdecken und löschen. Dadurch wähnt sich der Anwender in Sicherheit, aber der eigentliche Virus bleibt bestehen und richtet Schäden an.

Eine detaillierte Anleitung zur Neuinstallation finden Sie hier: Windows neu installieren. Dabei leite ich Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess.


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