Schützen Sie ihre privaten Daten und Dokumente!

Durch die Medien erhalten wir täglich Nachrichten zu gestohlenen Daten oder dem Datenmissbrauch. Das Thema Datensicherheit ist unübersichtlich und es herrscht viel Verunsicherung bei korrektem Umgang mit persönlichen Daten.
In diesem Artikel möchte ich auf die wichtigsten Aspekte der Datensicherheit eingehen und zeigen, dass Sie mit einfachen Maßnahmen bereits gute Erfolge erzielen können.
Halten Sie jedoch stets vor Augen, dass es keine 100% Sicherheit gibt. Sobald man ein Gerät ans Internet anbindet sind Ihre Dokumente angreifbar, sie können die Gefahr jedoch wirksam reduzieren.

Inhaltsverzeichnis
Festplatte verschlüsseln

Wer Windows auf mobilen Geräten (Laptops, Tablets, etc.) nutzt sollte seine Festplatte mit BitLocker verschlüsseln. Dabei handelt es sich um ein Sicherheitsfeature, welches von Haus aus in Windows 10 Professional integriert ist (in der “Home” Version leider nicht dabei). Je nachdem wie man BitLocker konfiguriert, muss man beim Hochfahren von Windows ein Passwort eingeben oder wählt die “einfachere” Variante, bei der kein Passwort abgefragt wird. Diese basiert auf Zertifikaten und wird von alten Geräten nicht unterstützt.
Beim Verlust des Geräts kann eine andere Person nicht auf Ihre Festplatte zugreifen ohne das BitLocker- oder das Windows – Passwort zu kennen.
Ohne eine Verschlüsselung wäre es problemlos möglich auf alle Daten zuzugreifen, auch wenn man kein Windows Passwort besitzt. Dazu müsste man einfach das Gerät mit einem anderen Betriebssystem hochfahren (z.B. Linux) und käme sofort an alle Dateien.

Desktop PCs lassen sich natürlich genauso verschlüsseln. Auch wenn diese für gewöhnlich nicht verloren gehen, kann man damit dennoch verhindern, dass z.B. Mitbewohner die Daten auslesen oder der PC bei einer Wohnungsdurchsuchung gegen einen verwendet wird (wobei die Polizei möglicherweise dennoch mit viel Aufwand an die Daten käme).

Wie Sie die BitLocker Verschlüsselung aktivieren erfahren Sie in diesem Artikel: Windows vor unbefugtem Zugriff schützen.

Es gibt auch die Möglichkeit andere Tools für die Verschlüsselung zu nutzen. Bekannte Vertreter sind z.B. VeraCrypt, welches kostenlos für Windows, MacOS X und Linux angeboten wird und AxCrypt, dass sich vor Allem zum Absichern von Dateien und Ordnern eignet.

Ihre Daten sind wertvoll!

Unterschätzen Sie den Wert Ihrer Daten nicht, wenn Sie sich auf einer Plattform registrieren. Mittlerweile ist es üblich, dass man auf Internetplattformen erst an die interessanten Informationen kommt, oder andere Vorteile erhält, wenn man sich registriert. Onlineshops benötigen ohnehin Ihre Daten um eine Bestellung zu tätigen.
Dadurch ist es für viele Menschen kaum nachvollziehbar wo sie sich schon überall registriert haben und wer die persönlichen Daten nun alles hat. Dadurch steigt die Gefahr des Datenmissbrauchs oder des Identitätsdiebstahls. Oft sind für die Täter nur wenige Daten nötig, z.B. Ihr Name, die Adresse und die E-Mail-Adresse.

Um dem Problem vorzubeugen sollte man so wenige persönliche Informationen über sich preisgeben wie möglich und diese nur auf seriösen Plattformen hinterlassen. In sozialen Netzwerken sollten Sie auch stets die Einstellungen zur Privatsphäre studieren und so viel wie möglich nur an Freunde offenbaren.
Legen Sie sich zudem eine zweite E-Mail-Adresse an, die sie für “weniger seriöse” Registrierungen nutzen. So hätten Sie kein Risiko, wenn jemand in das E-Mail-Postfach einbricht, weil Sie darüber keine wichtigen E-Mails versenden und empfangen.

Wählen Sie sichere Passwörter aus kleinen & großen Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Die Länge sollte dabei nicht weniger als 8 Zeichen betragen. Zudem empfiehlt es sich die Passwörter auf wichtigen Plattformen (insbesondere wo Ihre Zahlungsmittel hinterlegt sing) regelmäßig zu wechseln. Um da den Überblick zu behalten und sichere Passwörter generieren zu lassen sind Passwort Manager eine hervorragende Ergänzung. Zwei kostenlose und sehr verbreitete Vertreter sind Password Safe und KeePass.

Achten Sie penibel auf E-Mails, bei denen Sie aufgefordert werden einem Link zu folgen, um Ihre Daten zu verifizieren. Häufig findet man solche E-Mails von Sparkassen & Banken, Paypal oder Amazon. Dabei handelt es sich um so genannte “Phishing” Attacken. Die Angreifer versuchen die E-Mails so realistisch wie möglich zu gestalten und bauen die Webseiten der bekannten Anbieter originalgetreu nach. Wenn Sie so einem Link folgen und Ihre Daten dort eingeben, erhalten die Angreifer alle Informationen die sie brauchen um Ihre Daten zu missbrauchen.
Obwohl viele Phishing E-Mails sehr realistisch aussehen, erkennt man viele solcher Mails recht schnell. Ein häufiges Indiz ist die entpersonalisierte Ansprache z.B. “Sehr geehrter Kunde”. Die echten Plattformen kennen Ihren Namen und sprechen Sie für gewöhnlich persönlich an.
Um die Gefahr durch Phishing noch weiter zu reduzieren, folgen Sie den Links in solchen E-Mails nicht. Stattdessen melden Sie sich wie gewohnt direkt auf der jeweiligen Homepage an und aktualisieren, falls nötig, Ihre Daten.
Achten Sie dabei auch auf verschlüsselte Verbindungen. Diese werden im Browser meistens mit einem grünen Link oder einem Schloss Symbol in der Adresszeile angezeigt z.B. so:

Alle Onlineshops und Finanzinstitute nutzen verschlüsselte Verbindungen. Sollte so ein Schloss bei Ihnen nicht zu sehen sein und in der Adressleiste “http” statt “https” stehen (s. Screenshot) dann handelt es sich um eine unverschlüsselte Verbindung. Dies ist ein gutes Indiz für eine Phishing- oder eine unseröse Seite.

Updates schnellstmöglich installieren

Während man mit dem Rechner arbeitet tauchen regelmäßig Meldungen auf die Sie zum Update des Betriebssystems oder von Ihren Programmen auffordern. Diese Meldungen sind oft nervig und werden gerne auf später verschoben oder gar ignoriert.
Viele dieser Updates schließen jedoch Sicherheitslücken, welche ansonsten von Angreifern ausgenutzt werden können um auf Ihre Daten und Ihr Betriebssystem zuzugreifen.
Führen Sie also Updates immer schnellstmöglich durch.
Verwenden Sie aktuell noch Windows 7, müssen Sie es umgehend gegen Windows 10 ersetzten, da es dafür keine Sicherheitsupdates mehr gibt. Wie Sie dies tun erfahren Sie in diesem Artikel: Windows 7 ENDE!

Verkaufen Sie keine Festplatten und Speichermedien!

Hat man einen alten Rechner oder eine externe Festplatte, vielleicht aber auch eine Digitalkamera bietet es sich an diese zu verkaufen. Plattformen wie Ebay erleichtern dies.
Das Problem dabei ist, dass wenn Sie die Speichermedien mit verkaufen, Sie dadurch Ihre Daten weggeben. Selbst wenn Sie Windows neu installieren und dabei die Festplatte löschen, sind Ihre Dateien immer noch wiederherstellbar. Datenrettungsfirmen können Dateien oft selbst nach mehrmaligem Überschreiben wiederherstellen. Es gibt die Annahme, dass Geheimdienste Dateien, zumindest zum Teil, selbst nach 8-maliger Formatierung wieder herstellen können.

Auch wenn “gewöhnliche” Menschen solche Möglichkeiten nicht haben, gibt es Betrüger die sich darauf spezialisiert haben gebrauchte Speichermedien zu erwerben. Sie versuchen die Daten wiederherzustellen und falls diese dem Verkäufer schaden können, ihn dann um Geld zu erpressen, damit die Daten nicht veröffentlicht werden. Dies betrifft oftmals private Fotos oder Videos.

Die Preise für Speichermedien sind heutzutage gering, somit kann man sicherlich problemlos auf die Einnahmen beim Verkauf gebrauchter Speichermedien verzichten. Daher gilt hier:
Verkaufen Sie niemals Speichermedien, auf denen sich irgendwann persönliche Dateien befunden haben.

Sollten Sie einen PC, ein Notebook oder ein anderes Gerät mit einer Speicherkarte verkaufen, dann bauen Sie diese davor aus und zerstören Sie sie, falls Sie diese nicht mehr verwenden werden. Als sichere Methode Festplatten zu zerstören gilt, mehrere Nägel durch Sie zu schlagen.

Unternehmen mit sensiblen Kundendaten bezahlen sogar Dienstleister für die sichere Zerstörung ihrer Festplatten. Dabei müssen bei der Zerstörung der Platten durch einen Elektromagneten zwei Angestellte anwesend sein und ein Protokoll führen, bei dem sie mit Ihrer Unterschrift bestätigen, dass alle Dateien sicher gelöscht wurden.

Nutzen Sie VPN um anonym zu surfen!

VPN steht für Virtual Private Network. Dabei handelt es sich um ein Kommunikationsnetz, dass zwei Netzwerke direkt mit einander verbindet.
Im privaten Bereich versteht man darunter eine direkte und verschlüsselte Verbindung eines Geräts zu einem Server eines VPN-Anbieters.


Einfach ausgedrückt: Wenn Sie einen VPN Dienst nutzen, dann verbindet sich Ihr Rechner oder Smartphone nicht wie üblich direkt mit dem Internet, sondern er verbindet sich mit einem Server Ihres Anbieters und über diesen gehen Sie dann ins Internet. Dies hat den Sinn, dass alle Webseiten, die sie aufrufen, nicht mehr Ihre IP-Adresse sehen, sondern die Adresse des VPN-Servers. Damit surfen Sie also anonym.
Die meisten VPN-Anbieter haben eine Vielzahl von Servern weltweit und Sie als Kunde können sich zu jedem dieser Server verbinden.

Ein gängiges Beispiel für die Vorteile von VPN sind Content Sperren. Bei YouTube sind zum Beispiel manche Videos nicht aufrufbar, da diese unter die deutschen GEMA Einschränkungen fallen. Verbinden Sie sich nun z.B. mit einem VPN-Server in Belgien, und öffnen dann das Video, sieht es für YouTube so aus, dass sie sich in Belgien aufhalten und die Sperre für Sie somit nicht gilt.

Es gibt natürlich viele weitere Gründe anonym und verschlüsselt surfen zu wollen. So ist es beispielsweise möglich sicher aus unsicheren öffentlichen WLAN-Netzwerken surfen zu können und dabei ohne Gefahr auf Onlinebanking, etc. zuzugreifen.
Einer der größten und bekanntesten Anbieter ist zur Zeit NordVPN. Dieser kostet im günstigsten Paket nur 3,10€ pro Monat. Es gibt aber auch viele weitere Anbieter, eine gute Übersicht finden Sie hier: Top 10 beste VPN-Dienste in 2020.

Digitale Dokumente schützen

Aktenordner zu digitalisieren wird immer beliebter. Dies geht sowohl im beruflichen Umfeld, als auch im privaten Bereich. So bietet es sich beispielsweise an, die privaten Bankunterlagen, Steuerbescheide, Versicherungsdokumente und alle anderen wichtigen Dokumente nicht nur in Aktenordnern zu lagern, sondern diese einzuscannen und digital abzulegen. Dies bietet den erheblichen Vorteil, dass man alle Dokumente (sofern man diese sinnvoll benennt) über die Suche direkt finden kann. Diese lassen sich natürlich auch beliebig sortieren und verarbeiten.

Noch interessanter ist, dass moderne Scann-Programme Dokumente nicht als Bilder, sondern gleich als Textdokumente einscannen, sie erkennen also den Text automatisch und speichern die Dateien auf Wunsch im PDF-Format. Diese Dokumente lassen sich dann über die Suchfunktion nach einzelnen Wörtern oder Sätzen durchsuchen. Auf diese Weise spart man sich gegenüber ausgedruckten Dokumenten sehr viel Sucharbeit und kann die Texte auch direkt auf dem PC verarbeiten.

Persönliche Notiz: Seit einiger Zeit verfahre ich mit meinen privaten und wichtigen Dokumenten genauso. Dafür nutze ich das ausgezeichnete Multifunktionsgerät “Canon MB5150“, das nicht nur Duplex-Druck sondern auch Duplex-Scan bereitstellt. Damit ist es möglich mehrere Dokumente in den automatischen Papiereinzug zu legen und den Scan durchzuführen. Da zwei Scanner verbaut sind, wird jede Seite direkt beidseitig eingescannt und man spart sich die Arbeit dies manuell zu tun.
Um diese Dokumente nach dem Scannen zu schützen lege ich diese zum einen auf einem sicheren Laufwerk ab und zum anderen auf einem verschlüsselten USB-Stick, den ich dann an einem anderen Standort lagere. Dafür nutze ich die folgenden Geräte:


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