Arbeitsspeicher – Worauf Sie beim Kauf achten müssen

Inhaltsverzeichnis

Bedarf prüfen

Wenn Sie erkennen, dass Ihr aktueller PC oder Ihr Notebook zu langsam läuft, ist es möglich, dass ein zu kleiner Arbeitsspeicher (als RAM bezeichnet – „Random-Access Memory“) vorliegt. Das lässt sich leicht prüfen, in dem sie den Leistungsgraph im Task-Manager aufrufen (Rechtsklick auf die Taskleiste → Task-Manager → Mehr Details → Reiter: Leistung → Arbeitsspeicher). Danach öffnen Sie eine Anwendung oder ein Spiel, bei dem der Rechner besonders langsam läuft und schauen entweder parallel oder unmittelbar danach auf den Leistungsgraph im Task-Manager. Sollte dieser anzeigen, dass der Speicher komplett- oder fast voll ist, dann müssen Sie diesen unbedingt erweitern. Sollte Ihr Rechner nicht mehr Arbeitsspeicher ansprechen können, größere Riegel nutzen können, oder bietet keinen Platz für weitere Speicherriegel, ist es höchste Zeit einen neuen Rechner oder ein neues Mainboard zu erwerben. Insbesondere bei Notebooks und bei bestimmten PCs in einer Sondergröße, lässt sich das Mainboard kaum tauschen.

Benötigte Spezifikationen rausfinden

Benötigen Sie also einen neuen Arbeitsspeicher, stehen Sie vor der Frage wie Sie entscheiden, welchen Sie kaufen sollen. Viele Menschen denken, dass sie Ihren PC deutlich beschleunigen können, wenn sie schnellen Speicher kaufen. Dies ist jedoch, salopp gesagt, ein Irrtum! Die beste Möglichkeit einen Rechner zu beschleunigen ist der Wechsel der Windows Festplatte (HDD) gegen eine SSD. Darüber hinaus ist die Geschwindigkeit des Prozessors und der Grafikkarte ausschlaggebend, ebenso aber auch ein ordentliches Mainboard. Ist das alles gegeben, wird die Geschwindigkeit des Arbeitsspeichers keinen großen Einfluss auf die Gesamtleistung des Rechners haben.

Es gibt sehr viele Parameter die einen Arbeitsspeicher spezifizieren. Viele davon sind sehr „technisch“ und sollten nicht überbewertet werden, es sei denn Sie wollen das absolute Maximum an Speicher-Leistung rausholen. Das ist jedoch für die wenigsten Kunden interessant. Daher gehe ich hier nur auf die wichtigsten Werte ein. Wenn Sie diese beachten, werden Sie problemlos den richtigen Arbeitsspeicher für Ihren PC oder Ihr Notebook finden.

Aktuelle Hardware prüfen

Bevor Sie mit der Suche beginnen, lohnt sich ein Blick ins Handbuch des Rechners oder des Mainboards. Dort steht genau beschrieben, welcher Arbeitsspeicher von der Hardware unterstützt wird. Haben Sie kein Handbuch zur Hand, ist dies nicht weiter tragisch. Im Internet sind die Handbücher und Spezifikationen zu praktisch jedem Mainboard zu finden. Also müssen Sie nur in Erfahrung bringen, welches Board sie besitzen. Geben Sie dazu in der Suche (unten links) das Wort „Systeminformationen“ ein und öffnen diese App:

Dort können Sie alle wichtigen Informationen entnehmen:

Im Reiter Systemübersicht finden Sie folgende Informationen:

  • Systemhersteller            →               Notebook oder PC-Hersteller
  • Systemmodell                 →               Modellnummer des Rechners
  • BaseBoard-Hersteller    →               Hersteller des Mainboards
  • BaseBoard-Produkt       →               Modellnummer des Mainboards
  • Inst. phys. Speicher       →               Aktuell installierte Arbeitsspeicher-Größe

Mit diesen Informationen können Sie jetzt im Internet auf die Suche nach dem passenden Handbuch für den Rechner oder das Mainboard gehen. Dort erfahren Sie die möglichen Spezifikationen.

Beispiel

Im Folgenden zeige ich Ihnen ein Beispiel aus dem Handbuch zu meinem Notebook „Fujitsu Celsius H730“:

Bei diesem Notebook wird unterschieden, ob ein Zwei-Kern (DualCore) Prozessor, oder ein Vier-Kern Prozessor (QuadCore) Prozessor verbaut wurden. In meinem Notebook wurde ein 4 Kern Prozessor verbaut, somit kann ich dem Handbuch entnehmen, dass ich maximal 32 GByte DDR3 Arbeitsspeicher verbauen darf. Arbeitsspeicher ist weder aufwärts noch abwärts kompatibel, somit darf ich keinen DDR4 Speicher verbauen. Sie müssen auch keine Sorge haben versehentlich einen falschen Speicher zu verbauen. Die Arbeitsspeicher-Riegel unterscheiden sich in der Bauform. Jeder Riegel hat eine Einkerbung bei den Kontakten. Je nach Version des Arbeitsspeichers befindet sich die Einkerbung an anderer Stelle. Versuchen Sie also einen DDR4 Riegel in einen DDR3 Slot zu verbauen, werden sie feststellen, dass er nicht in den Slot passt. DDR4 für PCs hat 288 Kontakte und für Notebooks 260 Kontakte. DDR3 nutzt bei PCs 240 Kontakte und bei Notebooks 204. Bei Wikipedia finden Sie auch alle weiteren Spezifikationen: DDR-SDRAM.

Die Angabe SO-DIMM (Small Outline Dual Inline Memory Module) besagt, dass es sich hierbei um einen Notebook-Arbeitsspeicher handelt. Notebook Arbeitsspeicher sind deutlich kürzer als die Desktop Speicherriegel, somit können Sie sich dabei eigentlich kaum vertun. Steht in Ihrem Handbuch statt SO-DIMM nur DIMM heißt das, dass sie einen Desktop Speicher benötigen. Diese Riegel sind entsprechend länger.
Die Angabe 1600 MHz besagt, dass der Speicher nicht schneller als 1600 MHz laufen wird. Das heißt es hätte keinen Vorteil einen schnelleren Speicher (z.B. 3200 MHz) zu verbauen, er würde zwar funktionieren, sich jedoch automatisch auf 1600 MHz heruntertakten.

„4 Steckplätze“ bedeutet, dass es vier separate Anschlüsse für den Arbeitsspeicher gibt. Das heiße, dass Sie vier Riegel verbauen können.
„4- oder 8-GByte-Module“ ist selbsterklärend. Während kleinere Module vermutlich noch funktionieren würden, sollten keine größeren Module (in diesem Fall > 8 GByte) eingesetzt werden. Dies kann einen einwandfreien Betrieb des Rechners verhindern und zu Problemen führen. 

Darauf müssen Sie beim Kauf achten

Haben Sie nun die erlaubten Spezifikationen herausgefunden, können Sie sich jetzt auf die Suche nach dem passenden Speicher begeben. Achten sollten Sie dabei besonders auf diese Punkte: 

  1. Markenhersteller: Dieser Punkt klingt zwar merkwürdig, jedoch sind mir schon einige PCs begegnet, die sich weigerten mit No-Name Arbeitsspeichern hochzufahren. Zur Sicherheit würde ich Ihnen also zu hochwertigeren Riegeln raten. Besonders bekannte Hersteller sind u.a. Crucial, Samsung, Corsair, HyperX, G.Skill, Timetec und Kingston.
  2. DDR3 oder DDR4: Dies sind die beiden aktuell genutzten Varianten. Sie sind nicht abwärts / aufwärts kompatibel, also schauen Sie im Handbuch nach, was Sie davon benötigen. Ende 2020 sollen erste DDR5 Riegel auf dem Markt erscheinen, aber es wird dauern, bevor sie eine großflächige Verwendung finden.
  3. (SO)-DIMM: Entweder benötigen Sie SO-DIMM-Riegel (kurz, für Notebooks) oder DIMM-Riegel für PCs (lang). Diese Angaben finden Sie beim Stöbern im Geschäft auf jeder Packung des Arbeitsspeichers, beziehungsweise in jedem Titel- / Beschreibungstext in Online-Shops.
  4. Speichergröße: Hier gilt, je größer desto besser. Allerdings müssen Sie auf die Angaben im Handbuch Ihres Rechners / Mainboards achten und die maximal empfohlene Größe (gesamt- und pro Riegel) nicht überschreiten. Generell gilt: Arbeitsspeicher sollte heutzutage bei Windows 10 mindestens 8 GByte betragen. Gamer und Nutzer anspruchsvoller Software (wie z.B. Photoshop) benötigen 16 GByte und in selteneren Fällen, bzw. um zukunftssicher aufgestellt zu sein 32 GByte RAM. Mehr Arbeitsspeicher benötigen nur noch Spezial-Programme, daher empfiehlt es sich für 99% der Anwender nicht, mehr Speicher zu verbauen.
  5. Taktrate: Dabei handelt es sich um die Geschwindigkeit des Speichers. Die maximal mögliche Taktrate entnehmen Sie bitte dem Handbuch. Wenn Sie Speicher verbauen der schneller ist, wird das zwar funktionieren, aber er läuft nie schneller als der Anschluss erlaubt. Dies gibt also keinen Vorteil. Im erlaubten Rahmen gilt jedoch: je schneller desto besser. Sollten Sie etwas Geld sparen wollen, können Sie jedoch auch problemlos einen langsameren Riegel nehmen. Kaum jemand wird beim Arbeiten oder Zocken den Unterschied zwischen einem 3200 MHz Speicher und einem 2400 MHz Speicher bemerken.
  6. XMP: Diese Angabe auf dem Speicher steht für die „Extreme Memory Profile“ Zertifizierung. Dabei handelt es sich um eine Technologie, die das einfachere / automatische Übertakten des Arbeitsspeichers ermöglicht. Dieses Feature ist zwar nett, jedoch kein „Muss“ und für die meisten Anwender irrelevant, da kaum spürbarer Geschwindigkeitszuwachs entsteht. Zudem setzt es voraus, dass das Mainboard ebenfalls die XMP Technologie unterstützt und das Sie für die XMP-Nutzung entsprechende Einstellungen im BIOS / UEFI vornehmen.   
  7. Kühlkörper: In High-End PCs macht es Sinn Riegel mit einem Kühlkörper zu verbauen. Die Wärmeabfuhr funktioniert dann etwas besser und der Speicher wird nicht so heiß. In einem gut durchlüfteten Gehäuse ist dies jedoch nicht verpflichtend, schadet auf jeden Fall aber auch nicht. Zudem sind solche Riegel mittlerweile nicht mehr teuer.
Speicherriegel mit Kühlkörper

Dies waren auch schon die wichtigsten Kriterien, die Sie berücksichtigen sollten. Angaben wie die Latenzzeiten, oder Timings (CAS, tRCD, etc.) können Sie ignorieren. Dies ist nur für Enthusiasten interessant und hat auf die tatsächliche Systemleistung keinen nennenswerten Einfluss.

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